God of War: Ragnarök im Test

PlayStation 4

Endlich ist es soweit! Mit God of War Ragnarök ist einer der am heißesten ersehnten Titel dieses Jahres raus. Doch wird er überhaupt den Erwartungen gerecht?

God of War Ragnaroek neXGam 120Es ist mittlerweile fünf Jahre her, dass God of War für die PS4 herauskam. Das Spiel war eine radikale Neuinterpretation der berühmten und beliebten Serie. Sie bekannte sich zu den Wurzeln, machte aber vieles anders. So war Kratos in diesem Game deutlich älter, Vater eines Sohnes und wollte eigentlich diesen in aller Ruhe in der nordischen Welt und ihrer Mythologie aufziehen. Doch der Tod seiner Ehefrau und ihr Wunsch, dass ihre Asche von dem höchsten Gipfel der nordischen Welt verstreut werden soll, löste eine Kette an Ereignissen aus. An deren Ende Vater und Sohn den Fimbulwinter auslösten und eine Prophezeiung entdeckten, die den Tod des ehemaligen griechischen Kriegsgottes vorhersagte.

Ursprünglich sollten es nur vier Jahre sein, die zwischen den beiden Teilen lagen. Doch eine gewisse globale Pandemie sorgte vor allem für die einjährige Verzögerung. Gleichzeitig war von vorneherein klar, dass das Game Höhepunkt und Abschluss der nordischen Story sein sollte. Denn, so die Aussage, es hätte nichts gebracht, wenn zwischen den einzelnen Teilen mehrere Jahre liegen würden, was ein einleuchtendes Argument ist. 

Dementsprechend sind die Erwartungen an God of War: Ragnarök enorm. Denn das Game muss nicht nur die Story ordentlich abschließen. Der Abschluss muss auch rund sein, es müssen alle offenen Plots abgeschlossen sein und keine Fragen offenbleiben.

Das Spiel erfüllt diese Erwartungen fast perfekt. Es gibt kleinere Mankos, die natürlich im Laufe dieser Rezension genannt werden. Doch fallen diese nicht allzu sehr ins Gewicht, sondern sind „nur“ kleinere Kratzer in einem ansonsten rundum gelungenen Titel.

God of War Ragnaroek neXGam 152Wenn man God of War: Ragnarök mit einem Wort beschreiben müsste, dann „mehr“. Mehr Umfang, mehr Animationen, mehr Story, mehr zu tun. Und gleichzeitig will man als Spieler auch ständig „mehr“ haben. Das Game schafft es, dass du stets weiterzocken willst und das Finale eher fürchtest, als herbeisehnst. Einfach, weil es dann zu Ende ist.

Jedoch muss ich hier das erste Manko ankreiden. So cool die Story auch erzählt wird, so genial die ganzen Twists sind, in Sachen Pacing lässt God of War: Ragnarök zu wünschen übrig. Vor allem im Mittelteil des Games tritt das Spiel gefühlt eher auf der Stelle, als dass es Fortschritte macht. 

Und doch ist man glücklich, dass es dauert, bis das Spiel zu Ende ist. Es ist jede Menge Zeit, die du mit Kratos und Atreus verbringst. Und wo du eine Story erlebst, die mit lauter Wendungen und Plottwists aufwarten kann. 

Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei weiterhin die Beziehung zwischen Kratos und seinem Sohn. Wobei die sich gewandelt hat. Atreus ist älter geworden, fürsorglicher und verantwortungsvoller. Aus dem kleinen Jungen, den der ehemalige Kriegsgott im vorherigen Teil oft nur als „Junge“ anredete, ist ein Jugendlicher geworden, der auf der Suche nach Antworten ist. Und dabei seinen eigenen Weg geht, was seinem Vater nicht immer gefällt.

Das ist die vielleicht größte Veränderung in God of War: Ragnarök. Dass du jetzt nicht nur Kratos steuerst, sondern ebenso wiederholt Atreus. Der sich im Vergleich zu seinem Vater anders lenkt. Er ist agiler unterwegs und dank seines Bogens mehr ein Fernkämpfer, als ein Nahkämpfer. Wobei er sich im Nahkampf ebenfalls behaupten kann und im Laufe des Games einige interessante Fähigkeiten erhält und freischalten kann.

God of War Ragnaroek neXGam 61Atreus ist allerdings nicht der einzige Partner, der Kratos im Laufe des Games begleiten wird. Später taucht eine weitere Person auf, deren Namen aus Spoilergründen nicht genannt wird. Nur so viel: Hier wird ein Plot des ersten Teils aufgegriffen und zufriedenstellend weiterentwickelt.

Im Laufe des weitreichenden Games bewegst du dich durch alle neun Welten der nordischen Mythologie. Du besuchst bekannte Reiche, wie Alfheim, Heimat der Elfen, aber auch neue, wie Muspelheim, Heimat der Feuerriesen. Das Besondere ist, dass jedes einzelne Reich umfangreich und abwechslungsreich designt worden ist. Sogar die schon Bekannten unterschieden sich vom Aussehen her maßgeblich zu dem, was du bereits im ersten Teil gesehen hast. Dieser Unterschied wird übrigens nicht ignoriert, sondern auch im Spiel selbst angesprochen, was einfach wundervoll ist.

Jedes einzelne Reich bietet nicht nur eine Hauptquest, sondern ebenso diverse Nebenmissionen. So musst du für Mimir in Svartalfheim, der Heimat der Zwerge, bestimmte Maschinen zerstören, die über der Karte zerstreut sind. Auch gibt es natürlich die bereits berühmten Nebenmissionen, wie beispielsweise, dass du die Raben von Odin, die überall in den neun Welten verteilt sind, suchen und erledigen musst. Jedes Mal, wenn du eine vorgegebene Anzahl getötet hast, gibt es eine Belohnung.

Nicht alle Quests sind allerdings gelungen. So manche Mission verläuft nach Schema F. Erledige X, hole Y von Z und so weiter. Doch das ist nur ein kleiner Makel, der ansonsten allgemein nicht ins Gewicht fällt.

Schon immer hat die God of War-Reihe auch ein hoher Rätselfaktor ausgezeichnet. Wiederholt wirst du auf Puzzles stoßen, die du erst lösen musst, um weiterzukommen. In Alfheim beispielsweise sind dies Lichttore, die durch Lichtsteine verschlossen sind. Die kann Kratos mit seiner Leviathanaxt nicht direkt zerstören, sondern muss sie vorher an bestimmten Steinen in einem gewissen Winkel abprallen lassen, damit der Lichtstein vernichtet wird.

God of War Ragnaroek neXGam 77Und nicht immer ist der Weg zum Ziel geradlinig. Manchmal musst du wirklich nachdenken, um zum Ziel zu kommen. Und hier gibt es ein weiteres Manko. Die NPCs neigen dazu, einem ständig und wiederholt ungewollt Ratschläge zu geben. Auf die Dauer nervt es und es wirkt so, als ob das Game einem nicht zutraut, selber auf des Rätsels Lösung zu kommen.

Doch auch die Kämpfe in dem Game sind herausfordernd. Zum Glück geben hier einem die NPCs nicht ständig Hinweise. Aber hier kommt es teilweise darauf an, mit der richtigen Waffe zu agieren und gegnerischen Angriffen auszuweichen. Denn die Feinde können einen brennen lassen oder einfrieren. Die Vielfalt an Gegnern ist enorm und sorgt dafür, dass Game auch hier abwechslungsreich bleibt. 

Außerdem bist du ja nicht hilflos. Du kannst deine Waffen, Rüstungen und Runen bei den Zwergen Sindri und Brokk verbessern lassen, derweil du deine Fähigkeiten im Skill Tree jederzeit upgraden und neue kaufen kannst. Es macht Spaß, die Gegend nach Items abzusuchen, die du dann später für die Aufrüstungen nutzen kannst und dass du dafür belohnt wirst, keinem Kampf aus dem Weg zu gehen.

Optisch ist God of War: Ragnarök eine Wucht. Die Hardwarepower der PS5 wird vor allem für mehr Details verwandt. Du siehst die einzelnen Adern unter Kratos Haut, ebenso wie auch seine Animationen ausgiebiger wirken. Die vielen anderen verschiedenen Figuren lassen in Sachen Detailliertheit nichts zu wünschen übrig. 

Auch der Soundtrack ist phänomenal. Genauso, wie ebenso die Sprecher im Game einen verdammt guten Job machen. Es gibt keinen schwachen Synchronsprecher, alle sind perfekt.

 

Götz meint:

Götz

God of War: Ragnarök ist grandios. In nahezu jedem Aspekt kann der Titel überzeugen. Es bietet wesentlich mehr Inhalt, auch wenn die Story sich mitunter etwas zieht. Alle Charaktere werden lebendig dargestellt und die Balance zwischen Kämpfen, Rätseln und Storyprogress ist super. Einziges Manko hier ist, dass die NPCs dazu neigen, einem ständig ungefragt Hinweise zu geben, wie man ein Rätsel lösen kann, was auf Dauer nervt. Kurzum: Ein Must-Have für die PS5!

Positiv

  • In jederlei Hinsicht umfangreicher
  • Grandiose Grafik

Negativ

  • NPCs geben einem ständig ungewollt Tipps
  • Einige Quests sind 08/15
Userwertung
10 1 Stimmen
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Forum
  • von Radiant:

    Bin nun auch durch, fand es echt absolut super War glaub ich neben Elden Ring mein 2tes "großes" Spiel dieses Jahr das ich überhaupt durchgespielt habe ...

  • von Retrozocker:

    Bin nun auch endlich durch. Gegen Ende war dann wirklich die Luft raus und ich brauchte eine längere Pause. 70% der Trophäen habe ich gemacht. Auf die restlichen Berserker oder anderes Gesammel hatte ich keine Lust mehr. Kommt mit der gleichen Formel noch ein God of War, dann lasse ich es ruhigen...

  • von Radiant:

    Ich hab heute endlich mal die PS5 ausgepackt und angeschlossen....jetzt geht's los, bin schon gespannt

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God of War: Ragnarök Daten
Genre Actionadventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode -
Auflösung / Hertz 4k
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2021-11-09 20:57:22
Vermarkter Sony
Wertung 9.5
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