Soviel zur Story von Dead Space, die direkt an einen klassischen Hollywood Weltraum-Schocker à la Alien erinnert. Als Isaac werdet ihr quasi unmittelbar nach der Ankunft auf dem Raumschiff vom Rest eures Teams getrennt und seid von ihr ab auf euch alleine gestellt. Wie beschrieben ist die Ishimura nichts Weiteres mehr als die Brutstätte der Necromorphs – abscheuliche Monster, die aus den Leichen der Besatzung entsprungen sind. Dem Protagonisten bleibt nichts anderes übrig, als die ihm gegebenen Mittel zu nutzen und den Kampf ums Überleben zu starten. Pumpgun und Maschinengewehr gehören leider nicht zum täglichen Berufswerkzeug eines Ingenieurs und demnach ist Isaac mit solchen in der aktuellen Situation hilfreichen Dingen nicht ausgerüstet. Hier geht es eher darum, sich mit einer Plasma Waffe und Sägen durchzuschlagen, zumindest bis zu einem bestimmten Punkt. Diese improvisierten Waffen werden in Dead Space sehr “visuell wirkend” eingesetzt – aber das ist auch nötig, denn die Necromorphs können nur dann endgültig ruhig gestellt werden, wenn ihr ihnen die Gliedmaße abtrennt. Diesen existenziellen Tipp erhaltet ihr glücklicherweise früh im Spiel – als mit Blut an eine Wand geschmierte Botschaft eines ehemaligen Ishimura Besatzungsmitglieds. Das ist schon mal ein Punkt, indem sich der Titel von anderen Genrevertretern unterscheidet, denn das typische “immer den Kopf im Fadenkreuz behalten”-Gameplay fällt weg.
Der “Basis Necromorph” hat seine humanoide Form noch nicht abgelegt und attackiert euch in wahrer Ekstase. Auch untote Babys, fürchterlich mutiert, gehören zu den Widersachern, die an Wänden und Decken entlang krabbeln, Tentakeln aus ihren “Rücken” schnellen lassen und euch den letzten Nerv rauben. Andere Gegner sind schwer gepanzert und doch von hinten verletzbar, während wiederum andere mit Spinnen ähnlichen Parasiten versehen sind, die euch ebenfalls an den Kragen wollen. Neben all diesem Abschaum trifft Isaac ebenso auf diverse Bossgegner der Necromorphs. Und ich übertreibe auf gar keinen Fall, wenn ich an dieser Stelle schreibe, dass diese Viecher zum unglaublichsten und Grauen erregendsten gehören, was ich bislang in einem Survival Horror Spiel sah. Ohne zu viel spoilern kann ich euch mit auf den Weg geben, dass jeder dieser Fights in vollem Maße zum Bemerkenswertesten gehört, was wir in den vergangenen Jahren in einem Videospiel sah.
Euer ultimatives Ziel an Bord der Ishimura ist es, selbiges Schiff möglichst heil wieder zu verlassen – im Idealfall in Gesellschaft von Nicole. Doch bevor es soweit ist, müssen eine Reihe von Aufträgen erfüllt werden. Jene Missionen führen euch durch eine logische Aneinanderreihung von Geschehnissen von einem Deck zum nächsten. Jedes ist dabei ein komplett eigenständiges Areal, und während die Überlebenden eures Teams vom Spielstart euch wiederholt kontaktieren, seid ihr doch nahezu immer solo unterwegs. Dieses Gefühl der kompletten Isolation ist eine der Hauptzutaten für die wirklich kranke und beklemmende Atmosphäre, die Dead Space während des Spielens hervorruft. Das brutale visuelle Design und die erschreckenden Soundeffekte lassen euch nicht selten an eurer eigenen mentalen Klarheit zweifeln. Und beiden sorgen dafür, dass ihr euch ständig fragt, wann ihr das nächste Mal völlig überraschend aus dem Hinterhalt angegriffen werdet. Auch durch die Videologs, die die ehemalige Crew zurückließ und durch die die Story erzählt wird, sorgen für Anspannung und ein mulmiges Gefühl.
Die Suche nach Nicole und der Drang zu überleben sind nicht die einzigen Dinge, die euch in Dead Space beschäftigt halten. Da es sich bei den Necromorphs wie bereits erwähnt um die mutierte, ehemalige Crew der Ishimura handelt, haben jene von Zeit zu Zeit auch noch ein paar Credits bei sich, die ihr in eure Obhut nehmt, sobald die Monster endgültig das Zeitliche gesegnet haben. Diese Credits könnt ihr in Shop-Terminals, die euch hin und wieder auf eurem Weg begegnen, gut anlegen. RIG Upgrades, Gesundheitsitems, neue Waffen, zusätzliche Munition und diverse andere Dinge können an diesen Stationen erworben werden. Eine ordentliche Einteilung eures Inventars ist ein weiterer spielentscheidender Faktor in Dead Space, denn ihr könnt z.B. nur eine bestimmte Menge Med Kits oder Plasma Behälter mit euch führen. Im Falle einer Überlastung habt ihr die Möglichkeit Gegenstände zu verkaufen oder sie in einen Safe zu packen, auf den ihr an verschiedenen Stellen des Spiels Zugriff habt. Ganz klassisch im Stil der Kisten aus den älteren Resident Evil-Episoden.
Dead Space begeistert nicht nur über seine Atmosphäre, auch technisch hat der Titel einiges auf dem Kasten. In visueller Hinsicht beeindruckt das Game fast nahtlos: Egal ob ihr zu Beginn des Spiels in Sicherheit einen Asteoridenregen beobachtet oder fasziniert staunt, wenn ein toter Körper in der Schwerelosigkeit umher schwebt – hier wird feine Kost geboten. Clevere Spielereien mit Licht und Schatten machen den Terror perfekt: Falls in einer Ecke erneut ein Licht unregelmäßig flackert und beim nächsten Aufhellen plötzlich ein Necromorph aus genau dieser Ecke auf euch zu springt, bleibt kein Auge trocken. Getoppt wird dies nur noch von einem wahrlich meisterhaften Sound Design. Während eures ganzen Abenteuers auf der Ishimura werdet ihr von den Necromorph verfolgt und beobachtet. Ihr könnt sie nicht immer sehen – aber ihr könnt sie stets hören, was euch nahezu wahnsinnig macht. Die bedrohlichen Geräusche – und wenn es nur ein kurzes knacken hinter euch ist – packen euch dermaßen, dass Spieler mit schwachen Nerven besser nicht alleine im Raum sitzen sollten... EA wird für durch Dead Space entstandene Paranoia wahrscheinlich kaum haften. Ein besonderes auditives Schmankerl erwartet euch in den Phasen der Schwerelosigkeit – Gänsehaut pur. Selbst die deutsche Sprachausgabe kriegte man bei EA gut auf die Reihe gekriegt, Daumen weit hoch.
Dead Space im Test


Für das Genre des Survival-Horrors ist es nichts Neues, den Spieler in eine einsame Umgebung voller feindlich gesinnter Monster zu versetzen. Auch bei Dead Space ist dies der Fall. Doch schon 20 Minuten nach dem Einlegen der Spieldisc in euer Xbox 360-Laufwerk ist klar, dass es sich bei dem Game um etwas Einzigartiges handelt.
Gregory meint:
Harry meint:

Mit Dead Space bekommen Fans endlich wieder neues, gelungenes Futter für die Konsole. Das Sci-Fi Setting, das sich sehr an Filme wie Aliens und Event Horizon orientiert, wirkt durchaus frisch und ist atmosphärisch einer der stärksten Titel der letzten Monate. Die dichte Atmosphäre, die zahlreichen Schockeffekte und auch die Geschichte, die gegen Ende mit einer interessanten Wendung aufwartet, sprechen für den Titel. Wer das actionbetonte Gameplay mag und Resident Evil 4 geliebt hat, der kommt an diesem Titel wohl nicht vorbei!
Positiv
- Wahnsinnig beklemmende Atmosphäre
- Geniale grafische Umsetzung / atemberaubender Sound
- Clevere HUD Lösung
Negativ
- Nahkampf problematisch
- Abwechslungsarme Missionsziele
- Nichts für Spieler mit schwachen Nerven
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von BigJim:
Wobei man zur Ehrenrettung von Dead Space 2 sagen muss, dass es immer noch besser ist als Dead Space 3. Teil 3 war ja gefühlt nur noch Geballere.
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von PatrickF27:
Das fällt mir auch gerade beim zocken auf. Dieses Gefühl des gefangen, einsam seins fehlt in DS2. Hab es vielleicht deswegen auch vergessen, weil es etwas belangloser war.
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von BigJim:
PatrickF27 schrieb: Ah sorry,es ist tatsächlich Dead Space 2, den Typo hab ich mir erlaubt! Dead Space 2 war nach meiner Erinnerung deutlich Action-orientierter als der Vorgänger. Richtig schön gegruselt und erschrocken hat mich nur...
Wem beim Spielen von Dead Space nicht das Blut in den Adern gefriert, ist bereits tot. Selten habe ich eine derart beklemmende Atmosphäre in einem Videospiel erlebt - meiner Meinung nach nicht vergleichbar mit aktuellen Genrekollegen. Von der ersten Minute an nachdem Isaac vom Rest seiner Truppe getrennt wird macht sich Herzrasen breit und der Angstschweiß lässt euch nicht mehr los. Darüber hinaus begeistert das Game auch noch beim Design und Gameplay, so dass wir es hier mit einem echten Kracher zu tun haben, denn ich in dieser Form nicht auf dem Schirm hatte. Respekt, EA! Ein absoluter Pflichtkauf für alle, die sich trauen!