Edge of Eternity im Test

PlayStation 4

Edge of Eternity ist ein ambitioniertes Projekt. Midgar Studios, ein französischer Entwickler, wollten mit Crowdfunding-Unterstützung ein RPG entwickeln, dass einerseits eine Hommage an Final Fantasy ist. Aber andererseits auch Eigenständiges bietet. 2021 kam es nach langjähriger Entwicklungszeit für den PC heraus, ehe es jetzt für die Konsolen adaptiert wurde und seit einiger Zeit erhältlich ist.

Edge of Eternity neXGam 2Wenn ein Projekt durch die Beiträge neugieriger Leute über Kickstarter finanziert wird, ist das nichts Schlechtes. Schließlich haben Spiele wie Shovel Knight gezeigt, zu was diese Plattform in der Lage ist. Aber am Beispiel von Edge of Eternity zeigt sich ebenso, dass nicht jedes so finanzierte Spiel auch gleichzeitig ein gutes ist.

Um es vorwegzunehmen, du hast bei dem Game ständig das Gefühl, dass Midgar Studios viel wollten. Doch am Ende hat es nicht ausgereicht, um wirklich komplett zu überzeugen. Im Prinzip kannst du hinter jedem Aspekt des Titelns ein „Ja, aber...“ setzen. Was schade ist, denn Potential ist vorhanden.

Das fängt schon mit der Geschichte an, die zu Beginn durchaus interessant klingt. Du spielst den Soldaten Daryron, der auf dem Planeten Heyron lebt. Dieser wird seit einiger Zeit von außerirdischen Invasoren angegriffen, den Archelites. Bei einem der Angriffe wird seine Einheit komplett ausgelöscht und nur er überlebt. Hinzu kommt auch noch, dass seine Mutter von einer heimtückischen Krankheit namens Corrosion befallen worden ist. Weshalb er schon bald seinen Posten desertiert und in seine Heimat reist. Wo er auf seine Schwester Selene trifft, die meint, einem Heilmittel gegen diese Krankheit auf der Spur zu sein. 

So vom Lesen her ist es eine interessante Story. Du fühlst dich ein wenig an Star Ocean und natürlich Final Fantasy erinnert. Eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy. Doch die Geschichte wird auf eine Art und Weise interessiert, die den Spieler nicht anspricht, sondern eher abtörnt. 

Das Problem ist, dass die Charaktere es nicht schaffen, dauerhaftes Interesse an dem Game zu rechtfertigen. Im Gegenteil: Daryon und Selene gehen einem schon sehr bald sehr schnell auf den Keks. 

Edge of Eternity neXGam 42Dabei ist es nicht so, als ob die Entwickler von Edge of Eternity keine Ambitionen hatten. Im Gegenteil: Du merkst in jeder Sekunde Gameplay, dass sie einiges vorhatten. Dass sie sich ihre Gedanken gemacht haben, wo sie Homagen einbauen und wo ihr Titel wirklich eigenständig sein soll.

So wirkt die Welt wie von FF XIV inspiriert. Es gibt die unterschiedlichsten Biotope, die noch dazu abwechslungsreich dargestellt werden. Wenn du sie durchstreifst, stößt du auf die verschiedensten Sachen und kann außerdem Quests aufnehmen. Und natürlich warten auch Feinde auf dich. Es gibt daneben noch Missionen, die plötzlich auftauchen können und zeitlich begrenzt sind. Jedoch hätte man sich ein wenig mehr Leben auf der Oberwelt gewünscht. Mitunter wirkt sie etwas leblos.

Doch ausgerechnet die Aufträge, die du von den NPCs erhältst, sind es, die schon wieder den Spielspaß abtöten. Um es kurz zu machen: Es fehlt an Innovation und Inspiration. Die genretypischen Fetchquests sind soweit ja noch in Ordnung, wenn sie in Maßen oder geschickt eingesetzt werden. Doch wenn du in den ersten Stunden von Edge of Eternity auf eine Mainquest stößt, die einen von A nach B und von dort nach C schickt, damit du Menge D von Objekt E holst oder Gegner F erledigst, dann ist das einerseits zu viel Hin- und Hergelaufe (Oder Gereite, wenn du ein Reittier hast). Und anderseits auch ziemlich langweilig. Man erwartet von Quests, die den Hauptplot der Geschichte in irgendeiner Art und Weise vorantreiben anderes, aber bitte nicht die Standardbrühe, die noch dazu uninteressant präsentiert wird.

Wobei es einen Aspekt gibt, da kann Edge of Eternity begeistern. Das Kampfsystem ist durchdacht und innovativ. Es basiert auf dem ATB-System, wie du es von Final Fantasy her kennst. Sprich: Jeder Charakter, egal ob Held oder Feind, hat einen Balken, der sich automatisch füllt. Sobald der voll ist, kannst du eine von mehreren Aktionen auswählen.

Der Clou ist jetzt, dass das Kampffeld in mehrere Felder unterteilt ist, zwischen denen sich die Charaktere bewegen können. Jede Bewegung kostet einen Zug, kann aber auch verhindern, dass du von Angriffen getroffen wirst. Gleichzeitig haben die Attacken eine bestimmte Reichweite, die du ebenfalls berücksichtigen musst. Außerdem haben manche Spezialattacken eine Art Aufladezeit, in der das Ziel anvisiert wird. Diese Aufladung kannst du mit einem normalen Angriff unterbrechen. Zumindest zu Beginn einer Auseinandersetzung, wo diese noch langsam sind. Denn schon bald geht das so schnell, dass du keine Chance hast, da entsprechend zu agieren.

Edge of Eternity neXGam 60Ein weiterer Clou dieses Kampfsystems ist, dass es mitunter auf den Kampffeldern Objekte gibt, mit denen du interagieren kannst. So lässt sich eine Felswand zum Einsturz bringen, wodurch wiederum ein Feind schnell besiegt werden kann. Oder aber, der Gegenstand heilt einen, was natürlich auch hilfreich ist.

Zusätzliche Würze bringen besondere Aufgaben mit rein. Sei es, dass du in einem Kampf nur eine gewisse Anzahl an HP verlieren darfst oder man so und so viel Schaden auf ein Mal verursachen sollst: Solche Sachen machen Spaß und sorgen für Abwechslung. Auch wenn sie manchmal nicht ganz passend wirken.

Akustisch ist Edge of Eternity eine Wucht. Der Soundtrack hätte genauso gut von einem Final Fantasy-Spiel stammen können, so gelungen ist der. Doch was die Grafik angeht... Ist es auch wieder ein „Ja, aber...“. Ja, die Umgebungsgrafik sieht super aus. Doch der Rest kann nicht so sehr überzeugen. Es fehlt das gewisse Etwas und dass die Animationen stellenweise ein wenig merkwürdig aussehen, hilft nicht wirklich weiter. Oder, dass die Grafik mitunter beim Laden sich erst langsam ordentlich aufbaut. Oder, dass das Characterdesign manchmal nicht überzeugen kann.
 

 

Götz meint:

Götz

Man muss den Entwicklern hoch anrechnen, dass sie sich an so einem Spiel wie Edge of Eternity gewagt haben. Doch leider ist das Ergebnis bestenfalls Durchschnitt. Die Story ist uninspiriert und die Charaktere gehen einem auf die Nerven. Die Spielewelt ist von MMOs inspiriert, sieht gut aus, ist aber mitunter etwas leblos. Das Kampfsystem und der Soundtrack sind wirklich die absoluten Highlights des Games, derweil die Grafik keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Positiv

  • Ambitioniert
  • Gelungenes Kampfsystem
  • Super Soundtrack

Negativ

  • Schlechte Story
  • Mieses Questdesign
  • Mitunter misslungene Grafik
Userwertung
3.3 2 Stimmen
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Forum
  • von Patricia:

    Vielen Dank für die Einblicke! Ich wollte es mir heute kaufen aber leider gibt es bei uns nur mehr die Ps5 Version. Muss es also online kaufen. Immer diese Auflagen in Ameisengröße ...

  • von mimi85:

    Bin mal gespannt, wollt es mir wenn ich wieder in Basel bin aus dem gamepass laden.

  • von 108 Sterne:

    Hier mal ein paar Bilder (habe sie aber von 4K auf 1080p verkleinert wegen der Dateigrößen), die zumindest zeigen dass es imo schick aussehen kann. NPCs und dass sich die Umgebung erst nach dem Laden aufbaut sind so die grafischen Schwachpunkte, die man auf den Pics aber natürlich nicht...

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Edge of Eternity Daten
Genre Rollenspiel
Spieleranzahl 1
Regionalcode -
Auflösung / Hertz 4k
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2022-02-10 23:09:13
Vermarkter Astragon
Wertung 5
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