The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom im Test

NintendoSwitch

Es gibt Spiele, die wahre Meisterwerke sind. Die der Perfektion so nahekommen, wie nur wenig andere Titel. Und die mich als Rezensenten in die pure Verzweiflung stürzen. Wie es auch bei The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom der Fall ist.

The Legend of Zelda Tears of the Kingdom 19Diese Rezension ist überfällig. Sie erscheint zu spät. Jeder andere hat das neuste Zelda-Spiel schon längst gespielt und auf anderen Plattformen die entsprechende Rezension gelesen oder gesehen. Nur ich, ich trödele herum. Verschiebe das Schreiben wiederholt auf den nächsten Tag. Und von dort weiter und weiter. Der Grund? Ich habe Angst. Große Angst!

Angst, diesem Spiel mit meiner Rezension nicht gerecht zu werden. Angst, dass ich mich auf den falschen Aspekt fokussiere. Und diese Angst führte bei mir zu einer Aufschieberitis. 

Ist sie denn überhaupt gerechtfertigt? Ja! Denn The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom ist ohne Zweifel ein Meisterwerk, das nahezu perfekt ist. Man merkt, dass sich Nintendo Gedanken gemacht hat. Dass sie jeden einzelnen Aspekt, der den Vorgänger Breath of the Wild ausgezeichnet hat, untersucht haben. Und die Dinge, die sie von diesem verbessern wollten, auch verbessert haben.

Jeder Aspekt, jedes Detail ist ein Testament dafür, dass die Entwickler wussten, was sie hier taten. Dass sie sich nicht von dem Erfolg des direkten Vorgängers einschüchtern ließen. Sondern mutig voranschritten und dabei einen Titel entwickelten, der selbstbewusst auf eigenen Füßen steht. 

The Legend of Zelda Tears of the Kingdom 48Dabei ist Tears of the Kingdom etwas, was in der Zelda-Reihe sehr selten gibt: Ein direktes Sequel auf derselben Konsole. Das letzte Mal, dass es so etwas gab, hieß das entsprechende Game Majora’s Mask und folgte auf dem lange Zeit beliebtesten Zelda-Spiel überhaupt, nämlich Ocarina of Time.

Die Geschichte von Tears of the Kingdom handelt davon, dass einige Zeit seit den Geschehnissen von Breath of the Wild vergangen sind. Link und Zelda erkundigen ein Gewölbe unter Schloss Hyrule und finden dort Steintafeln der Sonau – einem antiken und technologisch sehr fortgeschrittenen Volk. Sowie einem mumifizierten Ganondorf, der bei der Präsenz der beiden und des Master Schwerts zum Leben erwacht, sie mit Miasma angreift und anscheinend durch nichts aufzuhalten ist. Bei der Konfrontation wird die Klinge zerstört und Link und Zelda voneinander getrennt. Sie verschwindet vor seinen Augen und er verliert durch Ganondorfs Angriff seinen rechten Arm. Als er wieder zu sich kommt, hat ihm ein Sonau-Geist einen neuen gegeben, mit dem er wundersame Dinge vollbringen kann. Und so macht er sich auf den Weg, das Böse erneut zu besiegen.

Breath of the Wild brach damals mit einer ganzen Reihe an gewohnten Zelda-Konventionen. Es gab auf ein Mal eine riesige, offene Welt, die du erforschen konntest, viele Waffen, die du einsammeln konntest, die sich allerdings beim Gebrauch abnutzten. Tears of the Kingdom wagt jetzt den Spagat, einerseits in einigen Aspekten einen Schritt zurückzugehen. Und andererseits in anderen Aspekten sich noch weiter zu entwickeln.

Sicherlich ein Schritt zurück zur alten Serientradition ist der Auftritt von Ganondorf als Antagonisten. In Breath of the Wild bekämpftest du zwar einen Ganon in diversen Formen. Doch waren diese längst nicht so einprägsam, wie der bekannte schwarzhäutige und rothaarige Ganondorf, wie du ihn vor allem aus OoT her kennst. Es ist schön, dass dieser jetzt hier seine Wiederkehr feiert und für Chaos sorgt.

The Legend of Zelda Tears of the Kingdom 72Auch bei den Dungeons bewegt sich Tears of the Kingdom mehr in Richtung klassische Struktur. Es sind riesige Gebilde, die sich nicht mal eben so lösen lassen, sondern einiges an Gehirnschmalz verlangen. Jedoch sind sie, wie bei Breath of the Wild, komplett optional und es ist problemlos möglich, dass du nach dem Anfangsgebiet direkt zum finalen Bosskampf gehen kannst. Was ich allerdings nicht empfehlen würde, da du so einiges von der packenden und exzellenten Story verpasst.

Die Welt des Spiels ist nahezu dieselbe wie bei Breath of the Wild. Nur, dass dieses Mal, wie in Skyward Sword eine weitere Ebene hinzugefügt wurde. Himmelsinseln tauchen nach dem Erwachen von Ganondorf auf und bevölkern neben neuen Feinden auch die bereits bekannten Schreine, die du aufsuchen kannst und die stets neue Herausforderungen bilden.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie du in einer solchen Welt navigieren sollst und kann? Hier kommen die neuen Fähigkeiten von Link ins Spiel. Als dieser nämlich versuchte, Ganondorf zu Beginn des Spiels zu bekämpfen, wurde sein rechter Arm von Miasma zerfressen. Dafür hat er von einem alten Sona-Geist einen neuen erhalten, der ihm außergewöhnliche Fähigkeiten gibt. Und mit außergewöhnlich meine ich auch außergewöhnlich!

Mit der Ultrahand ist es Link möglich, Objekte von nahe und fern zu greifen, zu ziehen und zu drehen. Gleichzeitig kann er sie auch mit anderen Gegenständigen befestigen, so dass du zum ersten Mal in der Zelda-Geschichte craften kannst. Das ist für das Fortkommen im Game essentiell wichtig. Du willst einen See queren? Such dir ein paar Baustämme zusammen, einen Ast und ein Segel, kombiniere es miteinander und du hast ein Boot. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Das einzige, was du beachten musst, ist, dass, wenn du ein Sonau-Bauteil, wie zum Beispiel einen Ventilator, mit an irgendwo anbringst, dies Energie kostet, die durch Batterien repräsentiert werden. Die du nur durch Energiesphären oder deaktivieren der entsprechend Bauteile regenerieren kannst.

The Legend of Zelda Tears of the Kingdom 96Ebenso kannst du an Schild und Schwert andere Objekte fusionieren, und sie dadurch stärker machen. Mit einem schweren Fels an der Klinge lässt sich so manches Hindernis beseitigen und eine Bombe am Schild sorgt für eine explosive Überraschung. Doch die wichtigste Funktion, um in diesem neuen Hyrule zu navigieren, ist dabei der Deckensprung, mit dem du durch eine sich über die befindende Dicke durchgehen kannst. Womit das Vordringen in luftige Höhen kein Problem ist. Ach ja und es gibt ebenso noch eine Zeitumkehr, mit der Link sich bewegende Objekte in der Zeit zurückdrehen kann, wenn auch für einen eng begrenzten Zeitraum. All diese Fähigkeiten lassen sich untereinander kombinieren.

Tears of the Kingdom ermutigt einen auf jedem Schritt, sich auszuprobieren. Herauszufinden, was du machen kannst, wie weit du gehen kannst und ob es überhaupt Grenzen für das Mögliche gibt. Es existieren welche, doch sind diese so weit gefasst, dass es eher unwahrscheinlich, dass du an diese Begrenzungen stößt. Ein Blick ins Internet zeigt, was alles mit diesen neuen Fähigkeiten möglich ist.

Und es ist eben dies alles, was dazu geführt hat, dass ich so lange gezögert habe, diesen Test zu schreiben. Einfach, weil in meinen Augen Tears of the Kingdom ein nahezu perfektes Meisterwerk ist, dass selbst das großartige Breath of the Wild nochmal überboten hat. Dazu zählt auch, dass Zelda dieses Mal ein integraler Teil der Story ist, deren Erlebnisse du zwischendurch ebenfalls verfolgen kannst.

Doch ist es ausgerechnet die Technik, die dem Spiel eine Bestnote verwehrt. Du merkst immer wieder, dass das Game die nun mittlerweile in die Jahre gekommene Switch hart an ihre Grenzen und teilweise auch darüber hinaus führt. Mitunter kommt es grafischen Pop-Ups und stockt stellenweise die Framerate. Was zwar nicht oft geschieht, aber doch deutlich wahrnehmbar ist.

 

Götz meint:

Götz

Tears of the Kingdom ist ein nahezu perfektes Meisterwerk. Die Entwickler haben das Game in vielen Aspekten verbessert und sind mit der leicht zu bedienenden Ultrahand einen großen innovativen Schritt gegangen. Die Rückkehr des Ganondorfs, Dungeons, die etwas klassischer wirken und eine Zelda, deren Erlebnisse du in der Story auch erlebst, sorgen ebenfalls für enormes Vergnügen. Nur die Technik lässt zu wünschen übrig, da du stellenweise merkt, dass die Switch in die Jahre gekommen ist.

Positiv

  • Rückkehr von Ganondorf
  • Craftingsystem
  • Erneut innovativ

Negativ

  • Lässt die Switch an ihre Grenzen stößen
Userwertung
7 9 Stimmen
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Forum
  • von Ignorama:

    Nee, ausgepackt hab ich schon und das groß gefeiert hab sogar das Modul in meinem Transportcase. Aber obwohl ich BotW mochte, reicht mir das für ne Weile an dieser Art von Zelda...

  • von _2xs:

    Ignorama schrieb: Das liegt hier seit Release unbenu... ich meine täglich 16 Stunden gespielt rum, bin nämlich ultimativer TotK Freak, größter Fan EU West! Stimmt, war nicht TotK das Spiel, was wir alle bei myNintendo, als CE...

  • von James McNulty:

    Ignorama schrieb: Gib Adresse, ich schick dir vier stabile Stoffbeutel Danke, aber auf dem Fahrrad wäre ein Rucksack schon besser....

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The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom Daten
Genre Actionadventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode -
Auflösung / Hertz 1080p
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2023-05-12 23:00:23
Vermarkter Nintendo
Wertung 9
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